B U C K E L M A N N - ERLEBNISSE EINES INTUITIVSTAPLERS

| Wortmontagen von rainerWsauer | Fotocollagen von Bob Scoverski | Forum © bei www.dermittlereosten.de |
 
StartseitePortalKalenderGalerieFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin

Teilen | 
 

 BUCKELMANNS BEWEIS

Nach unten 
AutorNachricht
rainerWsauer



Anzahl der Beiträge : 27
Anmeldedatum : 20.06.08
Ort : Jena

BeitragThema: BUCKELMANNS BEWEIS   2008-08-11, 15:20

Mit diesem Einkauf am 8. Januar 2002 wurde alles anders und Einstein durfte - mit Verlaub gesagt - ein wenig stolz auf Buckelmann sein.

Buckelmann war bei DALI einkaufen gewesen, als er feststellten musste, dass Aliens seit Neuestem in Familienreisen machen. Nicht dass an den beiden Kindern und ihrer Mutter äußerlich irgendetwas absonderliches gewesen wäre. Gut, die Mutter sah so aus, als hätte sie zwischen Kinn und Bauchnabel neue Bio-Implantate erhalten, aber was tut man im Weltall nicht alles für die Schönheit. und so gesehen, sah diese Mutter unbestritten schön aus

Er wurde auf die Drei aufmerksam, als er bei den Körben mit Laurel & Hardy Filmen stand (6 Euro 15 Cent im Sonderangebot) und sich nach langem Überlegen und Auswählen für 'Saps at Sea' / 'Laurel & Hardy auf hoher See' unter der Regie von Gordon Douglas entschied. Diesen Film wollte sich Buckelmann gerade in den EInkaufswagen legen, als ein Junge neben ihm "Da sind 'Der Dicke und der Dünne" rief und das Mädchen sprach mit bedeutsamer Stimme: "Die sollen weltbekannt sein für ihre lustigen Filme". "Ach so sehen die aus” sagte die Mutter daraufhin und schloss mit der Erkenntnis "Gut zu wissen." "Aber, das gibt es noch so einen", fuhr der Junge fort. "Ich glaube der heißt Charles Caplone. Der war bekannt für seine dummen Sprüche." - Buckelmann war einen Moment lang unschlüssig, ob die Datenbanken von Weltraumkreuzern dringend gepflegt werden müssten, oder ob man doch in der Zeit reisen könne und Charles Caplone würde vielleicht in 150 Jahren der größte Sprücheklopfer aller Zeiten werden.

Derweil gingen die Kinder weiter im DALI spazieren. "Oh schau mal, Stachelbeeren!", sagte das Mädchen. "Das sind Litchis ", verbesserte die Mutter. "Die sehen nur so aus wie Erdbeeren mit kleinen Stacheln, aber die sollen ganz anders schmecken." "Und angebaut werden sie auf Madagaskar. Das war 'mal eine Insel vor dem Afrikanischen Kontinent" ergänzte der Junge. Buckelmann hatte plötzlich die vage Hoffnung, dass hier und heute bei DALI neben Laurel & Hardy Filmen auch Beweise für die Richtigkeit von Einsteins Theorie der Raum-Zeit-Krümmung ausgeliefert werden.

"Wahrscheinlich war das Atlantis 2", führte die Kleine den Satz ihres männlichen Gegenparts fort. "Seid nicht so albern unter den vielen Leuten", ermahnte sie die Mutter. "Kommt mit, wir müssen noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen." Buckelmann dachte sofort an Wandelstromspulen, echten Gemüsemais und ein Paar Zahnbürsten. "Wo sind denn hier Zahnbürsten", fragte der Kleine um dann entrüstet nachzufragen "oder gibt es hier sowas nicht?" Doch, doch, wollte Buckelmann sagen, auch früher haben sich Menschen die Zähne mit primitiven Hilfsgeräten geputzt, nicht so oft, allerdings mit zunehmendem Alter und abnehmenden Zähnen immer öfter.

Plötzlich gab es innerhakb der Beleuchtung des DALI-Marktes leichte Stromschwankungen. Buckelmann vermutete sofort, dass der draußen verbliebene Vater am Mitzubishi 'SpaceWagon' den Anlasser betätigt hatte. "Jetzt aber schnell bezahlen ... wir müssen zurück.", mahnte die Mutter zur Eile. Derweil fragte der Junge interessiert "Wass’n das?", als die Waren über den rotblitzenden Scanner gezogen wurden. "Das macht 27 Euro 34 Cent. Aber sie können auch in DM bezahlen", sagte die freundliche Verkäuferin zu den Dreien, die diesen Satz inzwischen auch ihrem Freund abends vor dem zu Bett gehen aufsagen konnte.

"Wieso DM?" - Selbstredend, dachte Buckelmann; diese Frage des Mädchens musste jetzt einfach kommen. "Seid nicht so vorlaut, wir müssen jetzt." antwortete die Mutter und legte mit einem Griff exakt 27 Euro und 34 Cent auf den Tresen. Leider Buckelmann konnte nicht mehr sehen, wie die Scheine in der Kasse verschwanden und ob sie schmutzig waren oder vielleicht viel zu neu. Die echten Euro-Scheine knistern, wenn man sie anzündet, hatte erst gestern jemand im Fernsehen gesagt.

Die Drei verliesen den DALI Markt, Buckelmann versuchte ihnen zu folgen, doch sie waren einfach zu schnell verschwunden. Als er nach draußen kam, waren von den beiden Kinder und ihre Mutter nichts mehr zu sehen und die Welt ging wieder ihren gewohnten Gang. Neben ihm rief ein quängelndes Kind: "Mutti-e, kannst mir 'n Eis kaufen-e?". Alles wie gehabt in Thüringen!

Buckelmann wollte gerade auf die Hauptstraße fahren, da drehte er noch einmal um, parkte sein Auto, stieg aus und betrat erneut den DALI-Markt. Jetzt passe ich aber besser auf, dachte er sich, als er durch die sich selbst öffnende Schiebetür ging. "Eis kaufen-e" ... am 8. Januar? - Das haben wir gerne. OK! Der Dialekt stimmte zwar, aber sonst? Fast wäre Buckelmann auf die Tarnung hereingefallen. Und auf die Selbstverständlichkeit, mit der einem Einsteins Prinzip der Raum-Zeit-Krümmung inzwischen täglich begegnet.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen http://www.rainersauer.info
 
BUCKELMANNS BEWEIS
Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
B U C K E L M A N N - ERLEBNISSE EINES INTUITIVSTAPLERS :: DIE BUCKELMANN TRILOGIE :: BUCKELMANN VERKEHRT ZURÜCK-
Gehe zu: