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 BUCKELMANNS VALENTINSTAG MIT EINER UNBEKANNTEN

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rainerWsauer



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Ort : Jena

BeitragThema: BUCKELMANNS VALENTINSTAG MIT EINER UNBEKANNTEN   2009-07-23, 08:24

Herz-Seifen, Herz-Duftkissen, Herz-Teelichte, Herz-Kuchen, Herz-Bilderrahmen, Herz-Schlag. Für diese Invasion an Herzen gab es nur eine plausible Erklärung: Es war wieder Valentinstag! Buckelmann war sich sicher, dass die Herz-Kommission ganze Arbeit geleistet hatte. Was vor einigen Jahren noch jenseits des Atlantiks ein nahezu unbeachtetes Asyl führte, überschwemmte jetzt alljährlich die Kaufhäuser, Geschenk- und Kartenshops. In den Medien waren das allerdings 'uralte Bräuche', die nur wiederbelebt wurden. Der Valentinstag soll ja irgendwas mit den Mayas zu tun haben, dachte sich Buckelmann. Die schnitten damals ihren Opfern das Herz aus dem Leib und hielten es, immer noch zuckend, in die Höhe. So eine Frau kannte Buckelmann auch. Sie hatte ihm das Herz erst gebrochen, dann aus dem Leib gerissen und mitgenommen. Lange hatte es gedauert, bis er so etwas wie ein Herz in seinem Körper wiederfinden konnte. Und das war mit Sicherheit kein Einzelfall.

Kennen gelernt hatte Buckelmann sie am Samstagmorgen eines 14. Februars, ohne zu ermessen, was dieser Tag für ein Tag war oder dass viele Menschen glauben, dass ihnen der erste Mensch, der ihnen am Morgen des 14. Februar zuerst über den Weg läuft, das Herz stehlen wird. Buckelmann hatte gerade die Haustür hinter sich geschlossen um zum Einkaufen zu gehen, da stieß er mit ihr zusammen. "Hallo Fremder" sagte sie zu ihm. "Mein Name ist Anna. Einfach: Anna. Und wer bist du?" Buckelmann war einigermaßen überrascht, sagte dann aber artig seinen Namen und fügte sogar Sternzeichen und Aszendenten hinzu. Fünf Minuten später saßen sie im Obergeschoss des Literatencafes.

Anna war so ziemlich das hübscheste Geschöpf, das Buckelmann jemals gesehen hatte. Dieser Mund, dieser Blick, dieses Haar. Buckelmann war klar, dass sie um Klassen zu 'gut' war für einen wir ihn. In Annas Gegenwart wäre sogar Marlene kleinlaut geworden. So eine Frau wie Anna würde sich unter normalen Umständen mit einem wie Buckelmann niemals befassen. Reine Zeitverschwendung; ganz klar. Das aber warf die Frage auf, warum sie jetzt, hier, in diesem Moment bei ihm saß. "Trockene Luft hier" hauchte sie Buckelmann ins Ohr und er bestellte sofort ein Glas Champagner für sie. "Schöner Anfang", hauchte ihm Anna zurück.

Mehrere Flaschen Champagner später fuhren sie mit einem Taxi zu einem naheliegenden Hotel; Charly bezahlte bar und in im Voraus. Anna und er suchten erst gar keine Ausreden und schon Minuten später wälzten sie ihre Leiber ineinander verschlungen auf dem Hotelbett. Kein Zweifel: Anna war eine Frau. Einen kurzen Moment lang im Bett, als Anna ihren Tanga auszog, hatte Buckelmann gezweifelt, aber dann waren die Dinge sauber rasiert geklärt. Einmal nur wanderten seine Gedanken weg von Annas ebenen Haut, ihrem Maiglöckchen-Teint, ihren Oberschenkelmuskeln. 'Basic Instinct' kam ihm in den Sinn und er versuchte unter dem Bett einen Eispicker zu ertasten - zum Glück vergebens.

Eine halbe Minute später hatte ihn Anna wieder ganz unter Kontrolle und Buckelmann war alles weitere egal. Anna war eine Göttin und wenn er ums Leben kommen sollte, dann nur durch ihre Schenkel. Doch Buckelmann kam nicht ums Leben; ganz im Gegenteil. "Mein Gott..." sagte Anna zu ihm "...damit könnte man ja ganze Volksstämme gründen." Dann drückte sie ihn fest an ihre Brust und Buckelmann schlief friedlich ein.

Als er wach wurde, war Anna verschwunden. Gemeinsam mit Buckelmanns Geldbörse und der EC-Kate nebst Geheimzahl. Aber Buckelmann war sich nicht sicher, ob es möglich sein konnte, dass seine Anna eine Betrügerin war oder ob Agenten sie mitsamt seinem Geld entführt hatten. Buckelmann entschied sich dann für die Variante, dass Anna, fals sie ein wenig Geld von seinem Konto abgehoben hätte, diese wahrscheinlich dringend für die anstehende Krebsoperation ihrer Mutter gebraucht hätte. Und dass diese Göttin gerade mein Geld genommen hat, triumphierte Buckelmann, ist eine Auszeichnung für mich.

Buckelmann checkte aus, am Empfang lag jedoch noch eine Rechnung des Literatencafes, da es wegen des gestrigen abrupten Abschieds noch einige leere Champagnerflaschen zu bezahlen gab. Außerdem wartete vor dem Residenz-Hotel noch immer ein Taxifahrer auf ihn und der vertraute Buckelmann an, dass er Anna heute morgen zum Flughafen gefahren hatte und ihn Anna gebeten hatte, wieder zurück zu faheren und dann auf ihn zu warten. Buckelmann fuhr mit ihm zu seinem Freund Thomas, lieh sich von diesem Geld, und zahlte auch die Taxi-Rechnung und gab dem Fahrer noch ein kleines Trinkgeld dazu, worauf dieser zu Buckelmann anerkennend sagte "Klasse Frau, die!".

Als Buckelmann dann von dem freundlichen Taxifahrer kostenlos zu seiner Wohnung zurckgefahren wurde, hörte er im Autoradio Heinz Rudolf Kunze singen "Zeit, Zeit, Zeit. Liebe ist Zärtlichkeit." - Was hatte er schon für eine Ahnung, dachte Buckelmann und versuchte, sich noch einmal an Annas Schenkel zu erinnern.
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