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 BUCKELMANN UND DER STURZ DER SADDAM STATUE (Letzter Teil)

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rainerWsauer



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BeitragThema: BUCKELMANN UND DER STURZ DER SADDAM STATUE (Letzter Teil)   2008-08-11, 13:35

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Am frühen Mittwoch-Abend war Buckelmann wieder aus dem Irak zurück gekehrt und in Deutschland angekommen. Lieutenant Pigeon hatte ihm vor den Rückflugnoch ein weiteres Geschenk mitgegeben. Es war ein T-Shirt mit dem Konterfei des irakischen Informationsministers, der in einer Comicsprechblase den Satz aussprach: "We have everything under Controll". Er solle es in Rammstein anziehen, hatte ihm Pigeon gesagt, und es half tatsächlich. Als sie es sahen übernahmen nette GIs wie von selbst das Tragen von Buckelmanns Handgepäck und legten Lt. Pigeons fünf große Reisetaschen vorsichtig in den Kofferraum einer Hummer-Limousine. Aber wahrscheinlich war auch dies nur die Kopie einer Hummer-Limousine, dachte Buckelmann.

Vier Stunden später und wieder zuhause zurück, sah Buckelmann dann seine Ex-Exil-Iraker wieder. Nicht leibhaftig sondern in der CNN-Nachtausgabe. Unzweifelhaft war es der dicke Hassan, der mit einem Vorschlaghammer die Marmorplatten am Sockel einer Saddam-Statue im Herzen von Bagdad kurz und klein hackte. Die anderen zogen und zerrten an Seilen die mächtige Statue und stürzten sie nach einiger Zeit mit tatkräftiger Hilfe amerikanischer Bergepanzer zu Boden. Moussa winkte Buckelmann sogar zu und Moha hielt jubelnd einen Tetrapack Milch hoch, kein Wunder nach den vielen Stunden ohne sein Lieblingsgetränk.

Den absoluten Coup landete aber der fromme Murat. Er setzte sich auf Saddams Hals, drücke ihm mit seinen Schenkeln die Luft ab und ritt mehr als eine Stunde auf dem Diktator durch Bagdad. Und CNN meldete pflichtbewusst: "Viele Iraker hatten sich auf dem Platz versammelt um Saddam zu stürzen. Ihre Begeisterung war echt und nicht inszeniert. Sie hatten jahrelang unter dem Regime des Diktators gelitten und unternahmen jetzt aus freien Stücken einen Akt der Selbstbefreiung, indem sie Saddams Standbild stürzten. Präsident Bush sagte der Presse, er sei erfreut gewesen über diese Bilder vom Sturz Saddams. Er danke allen, die geholfen hätten, damit dieser Moment Wirklichkeit werden konnte."

"Kein Problem Dabbeljuh" murmelte Buckelmann und fragte sich, wem er heute noch alles in die Fresse schlagen könnte ... außer sich selbst.

Nachtrag: Das Nationalmuseum von Bagdad war eines der schönsten und bedeutendsten im Vorderen Orient. Erst drei Jahre vor dem Sturz Saddams wurde es wieder eröffnet, nachdem die Schäden des letzten Golfkrieges beseitigt und die Kunstwerke nach ihrer, von den Vereinten Nationen und der Europäischen Gemeinschaft unterstützten, Restauration wieder in der Schausammlung aufgestellt worden waren. Dank eines Jahrhunderts internationaler archäologischer Grabungen waren die Depots und Schatzkammern des Museums übervoll: ein zum Teil noch ungehobenes Archiv der Menschheit.

Nach der Eroberung Bagdads durch die US Armee wurde es nahezu komplett geplündert. Bei den gestohlenen Tontafeln mit Keilschrifttexten handelt sich um die älteste Literatur, Geschichtsschreibung und Gesetzgebung der Menschheit. Die, von den US Soldaten billigend in Kauf genommene, Plünderung ist eine grobe Vernachlässigung völkerrechtlicher Verpflichtungen und damit ein Verstoß gegen die Genfer Konvention: Ein Kriegsverbrechen an der Kulturgeschichte der Erde. Im Zweistromland wurde die städtische Zivilisation geboren, dort wurde das Rad erfunden und die Schrift. Wie Menschen sich das Paradies vorstellen, wurde dort erstmals formuliert.

Welche neuen, bisher unbekannten Geschichten der Menschheit die noch nicht entzifferten Tontafeln erzählt hätten, ist jetzt für immer verloren. Neben den Straßen von Bagdad liegen viele dieser Tontafeln; sie fielen bei eiligen nächtlichen Transporten von Handkarren und Kleintransportern. Sie zerbrachen dabei und zerfallen nun langsam zu Staub.
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